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Australisches Sandelholz
Image of Australian Sandalwood
Holzige Noten

Australisches Sandelholz

Australisches Sandelholz hat einen trockeneren, herberen Charakter als sein indisches Pendant. Die Cremigkeit ist noch vorhanden, aber zurueckhaltender, wobei eine scharfere, leicht nussige Holzigkeit und eine subtile heuartige Trockenheit in den Vordergrund treten. Es gibt eine sanfte Wuerzigkeit und eine leicht erdige, fast staubige Qualitat, die an das australische Outback erinnert. Obwohl es ihm an der buttrigen Fuelle von Mysore-Sandelholz mangelt, hat es eine eigene ehrliche, klare Schonheit, die viele Parfumeure zu schatzen gelernt haben.
Eine Variante von Sandelholz
Herkunft und Extraktion
Australisches Sandelholz stammt von Santalum spicatum, einem halbparasitaren Baum, der in den trockenen Waldern Westaustraliens heimisch ist. Anders als indisches Sandelholz, das Jahrzehnte zum Reifen braucht, kann australisches Sandelholz nach 15-25 Jahren geerntet werden. Die australische Sandelholzindustrie ist weltweit fuhrend in nachhaltiger Produktion, wobei Unternehmen wie Quintis grossflachige Plantagen bewirtschaften. Das Ol wird durch Wasserdampfdestillation des Kernholzes gewonnen und ergibt ein leichteres, zuganglicheres Ol als sein indisches Pendant.
Geschichte und Kultur
Australische Ureinwohner nutzen Sandelholz seit Tausenden von Jahren als Nahrung, Medizin und in zeremoniellen Praktiken. Europaische Siedler begannen in den 1840er Jahren mit der kommerziellen Ernte australischen Sandelholzes und exportierten es zunachst nach China fur Rauchwerk. Die Industrie brach durch Ubernutzung im fruhen 20. Jahrhundert fast zusammen, was eine Wende zur nachhaltigen Plantagenforstwirtschaft ausloste. Heute ist Westaustralien der weltweit grosste Produzent von nachhaltig angebautem Sandelholz - eine Erfolgsgeschichte im Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und Naturschutz.
Chemie und Molekularstruktur
Santalum spicatum hat eine merklich andere chemische Zusammensetzung als Santalum album. Es enthalt geringere Mengen an Alpha- und Beta-Santalol (typischerweise 20-35% gegenuber 80-90% in Mysore) und hohere Anteile an Farnesol und Trans-Alpha-Bergamotol. Diese Unterschiede erklaren den trockeneren, weniger cremigen Charakter des Ols. Das Vorhandensein von Nuciferol und Epi-Beta-Santalol tragt zusatzliche holzig-wuerzige Facetten bei, die in indischem Sandelholz nicht vorkommen. Moderne Zuchtprogramme zielen darauf ab, den Santalolgehalt in plantagenmaessig angebauten Baumen zu erhohen.

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