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Englischer Lavendel
Image of English Lavender
Blumige Noten

Englischer Lavendel

Englischer Lavendel ist der Goldstandard des Lavendels in der Parfuemerie, die Sorte, die die meisten vor Augen haben, wenn sie an die Pflanze denken. Er bietet ein wunderbar ausgewogenes aromatisches Profil: sauber und krautig im Auftakt, sanft blumig und leicht suess im Herzen, mit einer pudrigen, fast honigartigen Waerme im Nachklang. Verglichen mit dem kampferartigen Schlag des franzoesischen Lavendels ist englischer Lavendel sanft, raffiniert und beruhigend. Er hat eine besaenftigende Rundheit, wie ein tiefer Atemzug in einem perfekt gepflegten Cottage-Garten.
Eine Variante von Lavendel
Herkunft und Extraktion
Englischer Lavendel (Lavandula angustifolia) wird in England seit der Roemerzeit kultiviert, wobei die Cotswolds, Surrey und Norfolk bekannte Anbauregionen sind. Trotz des Namens kommt das feinste Parfuemerie-Oel heute hauptsaechlich aus der Provence (Frankreich) und Bulgarien, wo das Klima einen hoeheren Linaloolgehalt ermoeglicht. Das aetherische Oel wird durch Wasserdampfdestillation der frischen Bluetenstaende gewonnen, die im Juli geerntet werden, wenn die Blueten am duftintensivsten sind. Englischer Lavendel liefert weniger Oel pro Hektar als Hybrid-Lavandin, was ihn deutlich kostbarer macht.
Geschichte und Kultur
Englischer Lavendel ist wie kaum eine andere Pflanze in die britische kulturelle Identitaet verwoben. Koenigin Elizabeth I. verlangte taeglich frische Lavendelblueten, und Yardley of London baute ab 1770 eine ganze Marke um Lavendel auf. Die Strassen des viktorianischen London wurden von Lavendelverkaeufern durchduftet, und die Bluete wurde zum Synonym fuer Sauberkeit und Anstand. In der Parfuemerie erlebte englischer Lavendel im fruehen 20. Jahrhundert ein goldenes Zeitalter, geriet in den synthetiklastigen 1980ern etwas aus der Mode und geniesst seither eine Renaissance als Qualitaets- und Natuerlichkeitsmerkmal in handwerklichen Dueften.
Chemie und Molekularstruktur
Englisches Lavendeloel wird durch seinen hohen Linalool- (25-45%) und Linalylacetat-Gehalt (25-47%) definiert, eine Kombination, die seinen charakteristischen suessen, blumig-krautigen Charakter erzeugt. Das Verhaeltnis dieser beiden Verbindungen unterscheidet die Qualitaetsstufen, wobei die feinsten Oele annaehernd gleiche Anteile zeigen. Verglichen mit franzoesischem Lavendel enthaelt er minimalen Kampfer (unter 1,5%), weshalb er weicher und weniger medizinisch riecht. Spuren von Lavandulol, Terpinen-4-ol und Beta-Caryophyllen runden das Profil mit dezenten holzigen und wuerzigen Nuancen ab.

Düfte mit Englischer Lavendel

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