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Grüne Minze
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Kräuter & Grüne Noten

Grüne Minze

Grüne Minze ist die sanftere, süßere Seite der Minzfamilie. Wo Pfefferminze mit eisigem Menthol attackiert, eröffnet Grüne Minze mit einer weichen, blattgrünen Süße, die abgerundet und fast saftig wirkt. Sie hat einen hellen, klaren Charakter mit dezenten Anisanklängen und einer krautigen Wärme, die angenehm nachklingt. Die kühlende Wirkung ist vorhanden, aber deutlich zurückhaltender, wodurch Grüne Minze zugänglich, leicht und natürlich grün wirkt.
Eine Variante von Minze
Herkunft und Extraktion
Grüne Minze (Mentha spicata) ist eine der ältesten kultivierten Minzarten, heimisch in Europa und Südwestasien. Heute wird sie weltweit kommerziell angebaut, mit Hauptproduktion in den USA, China und Indien. Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation der Blütenspitzen und Blätter gewonnen. Anders als Pfefferminze enthält Grüne Minze sehr wenig Menthol. Stattdessen ist ihre dominierende Verbindung Carvon, das ihr den charakteristisch süßen, krautigen Duft verleiht.
Geschichte und Kultur
Grüne Minze blickt auf eine uralte Geschichte zurück. Die Römer brachten sie nach Britannien, wo sie sich schnell einbürgerte und zum festen Bestandteil klösterlicher Kräutergärten wurde. Ihr englischer Name leitet sich von den speerförmigen Blättern ab, die sie von anderen Minzarten unterscheiden. In der griechischen Mythologie wurde die Nymphe Minthe von Persephone in diese Pflanze verwandelt. Über Jahrhunderte war Grüne Minze die wichtigste Minzart in Küche und Medizin in ganz Europa. Ihr sanfterer Charakter machte sie seit dem späten 19. Jahrhundert auch zur bevorzugten Minze für Kaugummi und Süßwaren.
Chemie und Molekularstruktur
Das Schlüsselmolekül der Grünen Minze ist R-(-)-Carvon, das 50 bis 70 Prozent des ätherischen Öls ausmacht. Dieses Monoterpenketon ist für den charakteristisch süßen, krautigen Duft verantwortlich. Entscheidend ist, dass Grüne Minze weniger als 1 Prozent Menthol enthält, was erklärt, warum ihr die intensive kühlende Schärfe der Pfefferminze fehlt. Weitere bedeutende Verbindungen sind Limonen (15-25 %), Dihydrocarvon und 1,8-Cineol. Interessanterweise ist Carvon ein chirales Molekül: Sein Spiegelbild, S-(+)-Carvon, riecht nach Kümmel statt nach Minze.