Der gezuckerte Lakritzfisch
Bei Jardins de Misfah dachte ich an einen sonnigen Tag in einem schönen Garten. Die klirrende Hitze lässt die Luft um mich herum wabern. Während ich durch den Garten schlendere erwische ich die ein oder andere kleine Echse, die auf Nahrungssuche ist. Tatsächlich war das Opening vielversprechend: es hat mich direkt auf einen orientalischen Markt katapultiert; ich nahm eine Mischung aus Gewürzen, Getummel der Leute und ganz schwach eine Rose wahr. Die Rosennote wurde aber immer schwächer, die Gärten waren zu. Zurück blieb lange Zeit die Assoziation eines gezuckerten Lakritzfisches einer bekannten Marke. Keinesfalls unangenehm aber unerwartet. Es roch schwer, süß, warm und klebrig - die Dattel konnte ich als solche leider nicht identifizieren. Im Drydown schwamm der Lakritzfisch nicht mehr durchs seichte Gewässer, sondern metamorphierte zu einem Milchkaramellbonbon. Auch nicht schlecht. Ich blieb etwas ratlos zurück - wo Dattel, wo Mandel, wo Safran und wo ist meine anfangs wahrgenommene Rose geblieben? Jardins de Misfah ist auf jeden Fall sehr gourmandig und bitte lasst euch nicht wegen der Lakritze abschrecken. Nasen nehmen Düfte schließlich unterschiedlich wahr. Die Duftpyramide habe ich mir bewusst für den Drydown aufgehoben. Für Naschkatzen definitiv einen Test wert (ich möchte nicht auf den Lakritzfisch festgenagelt werden). Wer auf einen Rosengarten hofft, wird hier an der Süßigkeitenbude stehen gelassen.















